Einleitung für Fragebogen


Bereits die Einleitung eines Fragebogens kann den Erfolg einer Studie stark beeinflussen – egal, ob diese digital oder analog durchgeführt wird, ob Kunden oder Kommilitonen befragt werden. Im Folgenden erfahren Sie, weshalb eine Umfrageeinleitung unerlässlich ist, wie Sie diese formulieren können und welche Fehler es dabei zu vermeiden gilt.

Ziele einer Fragebogeneinleitung

Die Umfrageeinleitung bietet eine ideale Gelegenheit, die Teilnehmer auf einige relevante Dinge hinzuweisen. Grundsätzlich werden damit zwei Ziele verfolgt:

  1. Interessierte Umfrageteilnehmer

Für aussagekräftige Studienergebnisse ist es wichtig, dass die Befragten motiviert sind, sich mit dem jeweiligen Thema der Befragung auseinanderzusetzen. Sie sollen die Fragen nicht unbedacht oder gar nach einem bestimmten Muster beantworten. In der Einleitung des Fragebogens bieten sich ausreichend Möglichkeiten, das Interesse der Teilnehmer zu wecken bzw. ihren Fokus auf das jeweilige Thema zu lenken.

  1. Korrekt ausgefüllte Fragebögen

Ebenso relevant sind richtig und vollständig ausgefüllte Fragebögen. Bei entsprechenden Analyseverfahren kann es andernfalls passieren, dass die Angaben einzelner Probanden nicht ausgewertet werden können. Forscher möchten mit der Umfrageeinleitung demnach auch erreichen, dass Teilnehmer der Studie verstehen, wie sie den Fragebogen korrekt ausfüllen.

Fragebogeneinleitung: Stil und Ansprache

In der Einleitung eines Fragebogens sind nicht nur die Inhalte relevant, sondern auch wie sie dem Befragten vermittelt werden – Stil und Ansprache tragen maßgeblich dazu bei, wie gut Probanden den vorliegenden Fragebogen ausfüllen können. Um Einheitlichkeit zu wahren, sollte in der Fragebogeneinleitung der gleiche Stil bzw. die Tonalität gewählt werden, die sich so auch in den Fragen wiederfindet. Diese kann je nach Thema, Umfeld und Zielgruppe sowohl gehoben und formell als auch locker und persönlicher sein.
Weiterhin ist es wichtig, die Probanden in der Umfrageeinleitung direkt mit „Sie“ oder „Du“ anzusprechen. Passive Sätze können die Befragten daran zweifeln lassen, tatsächlich für die Studie geeignet zu sein. Durch die aktive Ansprache wird deutlich, dass die persönliche Meinung des jeweiligen Bearbeiters zählt und wichtig für den Erfolg der Studie ist.

Umfrageeinleitung verfassen: der richtige Inhalt

Es empfiehlt sich, die Umfrageeinleitung als letztes zu formulieren – wenn die Fragen und ihre Reihenfolge feststehen. Sie sollte einige grundlegende Informationen enthalten:

  • Persönliche Vorstellung: Zum Einstieg ist es wichtig, sich den Teilnehmern kurz vorzustellen. Wer sind Sie und wozu führen Sie diese Studie durch? Hier empfiehlt es sich, den eigenen Namen bzw. den der Forschungsgruppe oder des Unternehmens zu nennen sowie relevante Hintergrundinformationen anzugeben.
  • Einführung ins Thema: Zwar kann je nach Studie zu viel Information über das Forschungsthema die Ergebnisse verzerren, kurz angerissen werden sollte es dennoch. Es ist zum Beispiel ratsam, anstelle der konkreten Hypothese bloß die einzelnen Variablen (z. B. Jahreszeit – Appetit) zu nennen, deren Beziehung zueinander untersucht werden soll.
  • Bearbeitungsdauer: Je nach Aufbau, Anzahl und Komplexität der Fragen kann es unterschiedlich lange dauern, den Fragebogen zu bearbeiten. Die Probanden sollten daher in der Umfrageeinleitung bereits eine grobe Zeiteinschätzung vorfinden, an der sie sich orientieren können.
  • Datenschutzbestimmungen: Die Basis für ehrliche Antworten ist Vertrauen – die Teilnehmer einer Umfrage sollten sich dem Schutz ihrer persönlichen Daten daher durchweg sicher sein. Die Fragebogeneinleitung bietet ausreichend Platz, um darin entsprechende Informationen zum Datenschutz und der Datenverarbeitung anzugeben.
  • Hinweise zur Bearbeitung: Weiterhin ist es wichtig, Teilnehmer bereits in der Umfrageeinleitung auf mögliche Besonderheiten (z. B. Kombination verschiedener Fragetypen – Multiple Choice und offene Fragen) hinzuweisen und ihnen zu erläutern, wie sie diese korrekt bearbeiten.

Umfrageeinleitung – Beispiel

Im Folgenden findet sich eine mögliche Mustereinleitung für einen fiktiven Fragebogen, die alle genannten Informationen beinhaltet.

„Liebe/r Teilnehmer/in,
mein Name ist (Platzhalter), ich studiere (Platzhalter) und verfasse derzeit meine Abschlussarbeit. Dazu würde ich von Dir gerne mehr zu deiner Ernährung während der verschiedenen Jahreszeiten erfahren. Dieser Fragebogen umfasst 20 Multiple-Choice-Fragen. Bitte markiere die Antwort bzw. mehrere Antworten, die auf dich zutreffen, mit einem Kreuzchen. Die Bearbeitungsdauer dieser Umfrage beträgt etwa 30 – 40 Minuten. Für den Erfolg der Studie ist es wichtig, dass du den Fragebogen vollständig ausfüllst und keine der Fragen auslässt. Alle Daten werden anonym erhoben, sie können deiner Person nicht zugeordnet werden und werden streng vertraulich behandelt.
Vielen Dank für deine Teilnahme.“

Fehler in der Fragebogeneinleitung vermeiden

Bei einem Fragebogen handelt es sich um ein komplexes Dokument, das mit viel Sorgfalt und Voraussicht (z. B. bezüglich des später anzuwendenden Analysetools) erstellt werden muss. Genau wie an allen anderen Stellen kann es daher auch in der Fragebogeneinleitung zu Fehlern kommen. Die folgenden treten häufig auf und können weitere Probleme verursachen:

  • Zu langer Text mit zu vielen bzw. redundanten Informationen
  • Bekanntgeben des genauen Forschungsthemas (kann Ergebnisse beeinflussen)
  • Bearbeitungshinweise sind nicht korrekt bzw. fehlen
  • „Unsichere“ Formulierungen wie „Ich werde eine Studie zu XY durchführen“
    🡪 Stattdessen: „Ich führe eine Studie zu XY durch“

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