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Fragebogen Mitarbeiterzufriedenheit: Modelle und Methoden

Lesezeit: 4 Minuten
Viele Unternehmen nutzen einen Fragenbogen, um die Mitarbeiterzufriedenheit zu messen. Denn sie ist keine feststehende Einstellung, sondern eine mehrdimensionale Emotion, die verändertt werden kann. Von der Mitarbeiterzufriedenheit kann zudem der Unternehmenserfolg abhängen, denn unzufriedene Arbeitnehmer agieren unter ihren individuellen Möglichkeiten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie ein Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit durchgeführt wird und was dabei zu beachten ist.


Wofür ist ein Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit sinnvoll?

Unter Mitarbeiterzufriedenheit wird die Einstellung eines Arbeitnehmers zu seinen Aufgaben, seinem Unternehmen und seinem Arbeitsplatz verstanden. Je größer die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den tatsächlichen Begebenheiten ist, desto unzufriedener fühlt sich ein Mitarbeiter.

Wie zufrieden Mitarbeitende sind nimmt Einfluss auf folgende innerbetriebliche Bereiche:

  • Arbeitsabläufe
  • Arbeitsklima
  • Kommunikation
  • Arbeitsergebnisse

Daher ist es wichtig, im Rahmen eines Fragebogens die Mitarbeiterzufriedenheit zu messen. Die daraus hervorgehenden Erkenntnisse können dabei helfen, Betriebsabläufe zu optimieren und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu steigern.

Fragebogen Mitarbeiterzufriedenheit – Modelle

Je nach Modell und Methode ist der Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit unterschiedlich fokussiert und aufgebaut. Die Forschung beschäftigt sich seit den 1970er-Jahren mit der Thematik. Die zwei bekanntesten Theorien sind die Maslowsche Bedürfnishierarchie sowie die Zwei-Faktoren-Theorie.

Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit mit der Maslowschen Bedürfnishierarchie

Die 1943 entworfene Bedürfnispyramide hat sich zu einer häufig genutzten Grundlage für Fragebögen zur Mitarbeiterzufriedenheit entwickelt. Von unten nach oben beinhaltet die Pyramide folgende kontextuelle Bedürfnisse:

  • Grundbedürfnisse: zum Beispiel ausreichendes Gehalt und flexible Arbeitszeiten
  • Sicherheitsbedürfnisse: zum Beispiel unbefristeter Arbeitsvertrag und guter Kündigungsschutz
  • Soziale Bedürfnisse: zum Beispiel angenehmes Arbeitsklima und transparente Kommunikation zwischen den Hierarchien
  • Individualbedürfnisse: zum Beispiel Wertschätzung für die Arbeitsleistung und Aufstiegschancen
  • Selbstverwirklichung: zum Beispiel Mitbestimmung und Einfluss, mindestens jedoch Eigenverantwortung und freie Arbeitszeiteinteilung (nicht für jeden Mitarbeiter zu erreichen)

Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit mit der Zwei-Faktoren-Theorie

Die Zwei-Faktoren-Theorie stammt aus dem Jahr 1968 und besagt, dass zwei Arten von Faktoren für die Motivation von Mitarbeitern relevant sind:
Die Dissatisfiers: Hygienefaktoren, die dafür sorgen, dass die Arbeit funktioniert. Sie sind als neutral anzusehen, führen allerdings zu Unzufriedenheit, wenn sie nicht vorhanden sind. Zu den Hygienefaktoren gehören:

  • Gehalt
  • Guter Führungsstil
  • Jobsicherheit
  • Gutes Arbeitsumfeld

Erst wenn diese Hygienefaktoren gegeben sind, können die Motivationsfaktoren darauf aufbauend implementiert werden.

Die Satisfiers: Motivationsfaktoren bestimmen, wie bestärkt sich Mitarbeiter in ihrer Position fühlen und wie motiviert sie sind. Zu den Motivationsfaktoren gehören:

  • Verantwortung
  • Erfolgserlebnisse
  • Aufstieg
  • Selbstverwirklichung

Bei diesem Modell wird die Mitarbeiterzufriedenheit stark trivialisiert. Zudem ist die starre Trennung zwischen Hygiene- und Motivationsfaktoren mittlerweile überholt. Dennoch bietet die Theorie Ansätze für die Konzeption eines Fragebogens zur Mitarbeiterzufriedenheit.

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Fragebogen: Mitarbeiterzufriedenheit messen

Die Messung erfolgt über einen Fragebogen: Mitarbeiterzufriedenheit muss zunächst anhand bestimmter Kriterien erfasst werden, bevor sich Maßnahmen zur Steigerung ableiten lassen. Dafür bieten sich zwei Messverfahren an.

Direkte Messung

Die direkte Messung untersucht innerhalb einer anonymen Mitarbeiterbefragung oder eines 360-Grad-Feedbacks drei Hauptkriterien:

  • Bedürfnisse
  • Erwartungen
  • Erfahrungen

Im Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit geben Arbeitnehmer an, wie sie bestimmte Aspekte wahrnehmen – darunter die eigenen Aufgaben sowie den Arbeitsplatz.

Ziel der Umfrage: Welchen Einfluss hat das Arbeitsumfeld auf die Zufriedenheit?

Beispielfrage aus dem Fragebogen: Wie zufrieden sind Sie mit der Sauberkeit des Büros?

Zudem haben Teilnehmende in vielen Fragebögen die Möglichkeit, Wünsche und Bedenken in einem Freitextfeld zu äußern.

Beispiel: Haben Sie Anmerkungen, Kritik, Lob, Wünsche oder Ideen?

Indirekte Messung

Die indirekte Messung erfolgt nicht über einen Fragebogen: Mitarbeiterzufriedenheit wird dabei stattdessen durch Beobachtung und Datenerhebung ermittelt. Hier spielen Kennzahlen eine Rolle, die auf die Stimmung der Arbeitnehmer hinweisen. Dazu gehören:

  • Krankheitstage
  • Performance
  • Fehlzeiten
  • Fluktuationsrate
  • Kündigungsrate
  • Beschwerden

Indirekte Messungen sollten immer mit direkten Messungen kombiniert werden, da das Risiko für falsche Interpretationen groß ist.

Fragebogen zur Mitarbeiterzufriedenheit – Maßnahmen ableiten

Interessant sind nicht nur die Befindlichkeiten von Arbeitnehmern, sondern die Zusammenhänge zwischen zufriedenen Mitarbeitern und dem Unternehmenserfolg. Wie können mithilfe eines Fragebogens zur Mitarbeiterzufriedenheit Maßnahmen entwickelt werden, die zu höherer Zufriedenheit führen können?

Drei Faktoren können die Mitarbeiterzufriedenheit positiv beeinflussen:

  • Karriere – intrinsische Motivation: Die Mitarbeiter können ihre Position selbstbestimmt ausführen, sich weiterentwickeln und neue Fähigkeiten erlernen.
  • Gemeinschaft – Zugehörigkeit: Mitarbeiter möchten in einem angenehmen Arbeitsklima tätig sein und respektiert, gesehen und wertgeschätzt werden.
  • Sinnhaftigkeit – Stolz: Für Mitarbeiter soll die Tätigkeit bedeutsam sein, sie möchten sich mit dem Unternehmen und ihrer Tätigkeit identifizieren können.

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