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Mitarbeitererwartungen verstehen und erfüllen

Lesezeit: 10 Minuten
Unternehmen wissen in der Regel genau, welche Leistung sie von ihren Mitarbeitern erwarten. Aber wissen sie auch, was jeder einzelne Mitarbeiter im Gegenzug erwartet? Zeit, sich als modernes Unternehmen auf den neuesten Stand zu bringen.


Was sind Mitarbeitererwartungen?

Als Mitarbeitererwartungen lassen sich die Erwartungen der Arbeitnehmer an ein Unternehmen, ein Team oder eine Stelle bezeichnen. Sie sind in der Regel die Grundlage dafür, wie es um die Mitarbeiterzufriedenheit bestellt ist.

Wenn ein Unternehmen den Mitarbeitererwartungen entspricht, ist im Allgemeinen davon auszugehen, dass die Mitarbeiter zufrieden sind und eine positive Employee Experience haben. Diese wirkt sich wiederum gut auf die Werte Mitarbeiterengagement, Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenzufriedenheit, Produktivität und Mitarbeiterbindung aus.

Leitfaden: Mitarbeiter erfolgreich einbinden und motivieren

Die drei Arten der Mitarbeitererwartungen

Die Erwartungen, die Mitarbeiter an ein Unternehmen stellen, lassen sich in insgesamt drei Felder aufteilen – die grundlegenden Erwartungen, „Great to have“-Erwartungen und zukünftige Erwartungen.

Grundlegende Erwartungen

Bei den grundlegenden Mitarbeitererwartungen handelt es sich meist um gesetzliche Vorgaben – sind diese nicht erfüllt, schadet das dem Unternehmen. Wenn ein neuer Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag unterschreibt, erwartet er, dass der Arbeitgeber:

  • ihm ein festes Gehalt zu einem bestimmten Zeitpunkt zahlt
  • ihn angemessen ausbildet
  • ihm eine sichere und saubere Arbeitsumgebung bietet
  • die Unternehmensrichtlinien erläutert
  • ihm seine Rolle und seine Aufgaben darlegt
  • ihm konstruktives und faires Feedback gibt

Der Arbeitgeber erwartet von dem Mitarbeiter im Gegenzug Loyalität und Engagement.

„Great to have”-Mitarbeitererwartungen

Viele Arbeitgeber wünschen sich in der heutigen Zeit mehr als einen Job, mit dem sie ihre Rechnungen bezahlen können. Entsprechende Erwartungen stellen sie auch an das Unternehmen.

Onboarding

Bei einer Umfrage gaben 68 Prozent der Mitarbeiter, die innerhalb von drei Monaten ihren Arbeitsplatz verlassen, eine schlechte Einarbeitung als Grund an. Ein guter Onboarding-Prozess geht über die ersten Tage hinaus und sollte sich über mehrere Monate oder sogar bis zu einem Jahr erstrecken. Dabei sollten die Mitarbeiter lernen, wie:

  • sie ihre Aufgaben erledigen
  • das Unternehmen tickt
  • sie sich in ihr Team einfügen
  • sie die Unternehmenskultur wirklich verinnerlichen

Unternehmenskultur

Laut Statistiken von TeamStage sagen 88 Prozent der Arbeitssuchenden und 94 Prozent der Unternehmer, dass eine gesunde Arbeitskultur für den Erfolg des Unternehmens unerlässlich ist und dass die Unternehmenskultur einen größeren Einfluss auf die Mitarbeiterfluktuation hat als das Gehalt und Benefits.

Work-Life-Balance

Burnout ist in der heutigen Gesellschaft ein großes Thema. Ein Unternehmen, das die Notwendigkeit eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen Berufs- und Privatleben versteht, ermutigt seine Mitarbeiter zu flexiblen Arbeitszeiten und Remote Work oder führt vielleicht sogar ein hybrides Arbeitsmodell ein. Mitarbeiter, die eine ausgewogene Work-Life-Balance haben, kündigen weitaus seltener.

Gute Vorgesetzte

Das Sprichwort besagt: „Mitarbeiter verlassen nicht die Firma, sondern ihren Chef“. Mitarbeiter, die die Leistung ihres Vorgesetzten als „schlecht“ bewerten, suchen mit viermal höherer Wahrscheinlichkeit einen neuen Arbeitsplatz als Mitarbeiter, die die Leistung als „gut“ empfinden. Nur 10 Prozent dieser Mitarbeiter werden sich wahrscheinlich einen neuen Arbeitsplatz suchen. Mit anderen Worten: Geschätzte Führungskräfte fördern die Mitarbeiterloyalität.

Möglichkeiten zur Weiterentwicklung

Heutzutage will niemand mehr für immer in demselben Job festsitzen. Millennials und die Gen Z sind besonders offen dafür, zu einem Unternehmen zu wechseln, das seinem Personal mehr Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung bietet. Mitarbeiter, die das Gefühl haben, beruflich voranzukommen, arbeiten mit 20 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit auch nach einem Jahr noch in demselben Unternehmen.

Anerkennung

Mitarbeiter bleiben im Unternehmen, wenn sie ihre Leistungen als angemessen wertgeschätzt empfinden. Laut einer Statistik von Zippia senken gute Anerkennungsprogramme die Fluktuationsrate um 31 Prozent. 80 Prozent der Mitarbeiter würden zudem härter arbeiten, wenn sie sich mehr wertgeschätzt fühlen würden.

Wenn das Unternehmen seine Mitarbeiter für ihre Beiträge und ihr Wachstum anerkennt, sinkt die Mitarbeiterfluktuation und das Engagement steigt. Mit der Zeit lassen sich so Top-Talente anziehen, denn es wird sich herumsprechen, dass das Unternehmen ein großartiger Arbeitsplatz ist. Zudem bedienen zufriedene Mitarbeiter ebenfalls zufriedene, wiederkehrende Kunden, die das Unternehmen profitabel machen.

Zukünftige Mitarbeitererwartungen

Die Pandemie hat die Arbeitswelt erfasst und erfordert völlig neue Denkweisen, Einstellungen und Prioritäten. Aufgeklärte Unternehmen erkennen, dass sie mehr zuhören, mehr lernen und sich an die Erwartungen ihrer Mitarbeiter und Kunden anpassen müssen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie eine Kultur aufbauen, die die sich verändernde Welt und ihre Werte widerspiegelt. Heutzutage erwarten Mitarbeiter mehr von ihrem Arbeitgeber.

Diversity, Gleichberechtigung, Inklusion und Zugehörigkeit

Eine Belegschaft, in der Diversity und Inklusion großgeschrieben werden, bringt den Austausch einzigartiger Perspektiven und Erfahrungen, die Achtung der individuellen Bedürfnisse jedes Mitarbeiters und die Möglichkeit für jeden, sein berufliches Potenzial ohne Hindernisse voll auszuschöpfen.

Arbeitnehmer erwarten heute, dass ihr Arbeitgeber ein flexibles Arbeitsumfeld schafft und vielfältige Teams zusammenstellt. Diese gilt es zudem darin zu schulen, unbewusste Voreingenommenheit und Diskriminierung am Arbeitsplatz zu erkennen und dabei allen die gleichen Chancen zu bieten.

Wohlbefinden

Nur wenige Beschäftigte blieben von der Pandemie körperlich, geistig oder seelisch unberührt, was auch die Unterschiede in Bezug auf Gesundheit und Wohlstand in den verschiedenen Beschäftigtengruppen deutlich machten. Die Sicherstellung des Mitarbeiterwohlbefindens sollte Teil der strategischen Planung sein, um die aktuelle und zukünftige Gesundheit der gesamten Belegschaft zu fördern.

Die Arbeitnehmer erwarten von ihrem Arbeitgeber, dass er für ihr körperliches, geistiges, finanzielles und soziales Wohlergehen sorgt. Arbeitgeber können dies tun, indem sie Verhaltensweisen der Mitarbeiter, die lohnend, nachhaltig und gesund sind, fördern und unterstützen.

Mehr Flexibilität am Arbeitsplatz

In einigen Ländern war die Arbeit im Homeoffice für den Großteil der Unternehmen und Mitarbeiter nicht einmal eine Option, aber sie musste binnen kürzester Zeit zur Realität werden. Remote Work ist nicht für jeden Mitarbeiter attraktiv, aber die Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Mitarbeiter in Zukunft flexiblere Arbeitsmodelle erwarten. Dazu gehört die Möglichkeit, an mehreren Tagen in der Woche im Homeoffice zu arbeiten oder den Arbeitstag nach dem eigenen Zeitplan zu gestalten.

Bessere Beziehung zu den Kollegen

Eine positive Begleiterscheinung der Pandemie war ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und eine stärkere kulturübergreifende und globale Zusammenarbeit als je zuvor. Diesen Schwung müssen wir aufrechterhalten, und die Mitarbeiter erwarten jetzt, dass sie mit weltweit verstreuten Menschen in verschiedenen Zeitzonen zusammenarbeiten.

Die Auswirkungen der künftigen Mitarbeitererwartungen auf das Unternehmen sind spannend: Diverse, integrative Arbeitsplätze, an denen sich die Mitarbeiter zugehörig fühlen, sind produktiver, seriöser und weitaus besser geeignet, um talentierte Mitarbeiter zu halten. Gleichzeitig sorgen Unternehmen, die spezielle Wohlfühlprogramme anbieten, für geringere Gesundheitskosten und die langfristige Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Die zunehmende Vernetzung bedeutet, dass es einen großen, globalen Talentpool gibt, mit dem es sich arbeiten und aus dem sich rekrutieren lässt.

So lassen sich Mitarbeitererwartungen erfüllen

Es ist wichtig, nicht nur die aktuellen Mitarbeitererwartungen zu erfüllen, sondern auch, sich auf zukünftige Erwartungen vorzubereiten. Dabei gilt es zwei Dinge zu beachten:

Mitarbeiter um Feedback bitten

Dies mag zu offensichtlich erscheinen, wird aber überraschenderweise von vielen Unternehmen nicht beachtet. Feedback zu den Mitarbeitererwartungen lässt sich leicht durch direkte Gespräche zwischen Mitarbeitern und ihren Vorgesetzten einholen. Unternehmen können aber noch einen Schritt weiter gehen.

Das Feedback lässt sich systematisch mit formellen Mechanismen wie Umfragen messen. Umfragen zum Mitarbeiterengagement, Pulse Checks und 360°-Umfragen zur Messung der Leistungserwartungen lassen sich so zuschneiden, dass sie ein Element der Mitarbeitererwartungen enthalten.

Feedback der Mitarbeiter messen – und handeln

Einem Bericht zufolge sind Mitarbeiter, die in Zeiten des organisatorischen Wandels um Feedback gebeten werden, wesentlich engagierter als diejenigen, die nicht gefragt werden. Die Umfragen sollten daher spezifische Fragen zu den Mitarbeitererwartungen enthalten:

  • Fragen nach bestehenden Maßnahmen
  • Meinungen zu geplanten Initiativen
  • Wünsche der Mitarbeiter

Eine gute Umfrageplattform kann die Antworten in qualitative und quantitative Daten umwandeln. Diese lassen sich zur Messung bestimmter Aspekte der Mitarbeitererwartungen verwenden. Nach der Implementierung von Änderungen und der Einführung von Initiativen gilt es die Befragung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie gut das Unternehmen den Mitarbeitererwartungen entspricht und was noch zu tun ist.

So lassen sich Mitarbeitererwartungen steuern

Es ist essenziell, dass das Unternehmen seine Mitarbeiter auf seine kulturellen Werte einschwört. Die meisten Organisationen haben formale Grund- oder Kulturwerte, die als Basis ihrer Gründung dienten und sich nie ändern. Diese Werte unterscheiden sich jedoch von der Unternehmenskultur – dies ist die Art und Weise, wie die Werte umgesetzt werden. Die Unternehmenskultur passt sich an und verändert sich – im Guten wie im Schlechten – mit der Zeit und ihren Herausforderungen.

Arbeitnehmer gewöhnen sich jetzt an eine neue, post-pandemische Normalität. Unternehmen und Mitarbeitererwartungen können nicht einfach zu dem zurückkehren, was sie in der Vergangenheit waren, da dies nicht mehr mit den modernen Erwartungen der Arbeitnehmer übereinstimmt.

Mitarbeitererwartungen managen mit Qualtrics XM

Jetzt ist es an der Zeit, die neue Zukunft der Arbeit zu antizipieren, zu messen und sich entsprechend den aktuellen und künftigen Mitarbeitererwartungen darauf vorzubereiten. Qualtrics XM berücksichtigt die Messgrößen, die Unternehmen benötigen, um die Erwartungen ihrer Mitarbeiter zu erfassen und zu ermitteln, was sie tun können, um diese über das Jahr 2022 hinaus zu erfüllen.

Qualtrics XM bietet einen branchenführenden, ganzheitlichen Ansatz zur Messung und Optimierung der Mitarbeitererfahrung. Engagement – als einzelne Kennzahl – ist nicht mehr repräsentativ. Stattdessen haben wir eine Reihe neuer Leistungsindikatoren (KPIs) entwickelt, um das Engagement zu vereinfachen und neue Messgrößen für die Integration und das Wohlbefinden der Mitarbeiter hinzuzufügen.

Leitfaden: Mitarbeiter erfolgreich einbinden und motivieren