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Unternehmenskultur: Definition, Vorteile und Formen

Lesezeit: 9 Minuten
Die Unternehmenskultur, im Englischen als „Corporate Culture“ bezeichnet, wirkt sich auf jeden Arbeitsbereich aus und ist essenziell für den Erfolg eines Unternehmens. Erfahren Sie im Folgenden alles Wissenswerte zu Unternehmenskulturen, darunter Definition, Best Practices sowie Formen und Beispiele für bekannte positive Unternehmenskulturen.


Was ist eine Unternehmenskultur?

Unter dem Begriff der Unternehmenskultur wird die Gesamtheit geteilter Wertvorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter verstanden, die sich sowohl unternehmensintern als auch -extern widerspiegeln. Die Unternehmenskultur greift somit folglich in jeden Unternehmensbereich ein. Sie unterliegt in Abhängigkeit der angestellten Mitarbeiter einem stetigen Wandel. Die Unternehmenskultur zeigt sich unter anderem im Dresscode, im Umgang mit Kollegen und Kunden sowie im Grad der Flexibilität der Mitarbeiter.

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Vorteile einer positiven Unternehmenskultur

Eine etablierte positive Unternehmenskultur bietet sowohl für Mitarbeiter als auch für das Unternehmen selbst einige Vorteile:

  • Produktivität: Mitarbeiter, die in einer positiven Unternehmenskultur arbeiten, sind deutlich produktiver und tragen so proaktiv zum Erfolg des Unternehmens bei.
  • Mitarbeiterwohlbefinden: Eine positive Unternehmenskultur wirkt sich ebenfalls auf das psychische und physische Wohlbefinden von Angestellten aus. Mitarbeitern aktiv zuzuhören, ihnen zu helfen und stressige Situationen gemeinsam zu bewältigen senken das Stresslevel deutlich.
  • Mitarbeiterbindung: Durch ein positives Arbeitsumfeld verbleiben Mitarbeiter länger im Unternehmen. Das reduziert die Mitarbeiterfluktuation sowie damit verbundene Kosten für das Onboarding immer neuer Mitarbeiter.
  • Reputation: Eine positive Unternehmenskultur spiegelt sich auch außerhalb des Unternehmens wider. Sie zeigt sich etwa in Mitarbeiterempfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis oder öffentlich auf digitalen Bewertungsplattformen. Mit einer hohen Reputation und einem guten Image erhalten solche Unternehmen mehr Bewerbungen und finden so schneller passende Bewerber.

Best Practices für die Etablierung einer positiven Unternehmenskultur

In der Entwicklung und Beibehaltung einer positiven Unternehmenskultur spielen insbesondere die Geschäftsführung und das HR-Team eine wichtige Rolle. Wenn ein Unternehmen eine positive Unternehmenskultur einführen möchte, empfehlen sich die im Folgenden genannten Best Practices.

Externe und interne Wahrnehmung der Unternehmenskultur überprüfen

Es empfiehlt sich zunächst, zu überprüfen, welche Wertvorstellungen der Betrieb in der internen und externen Wahrnehmung vertritt. Dies lässt sich intern anhand von anonymen Mitarbeiterbefragungen ermitteln, die auf digitalen Plattformen durchgeführt werden können. Für die Überprüfung externer Wahrnehmung eignen sich sämtliche Internetpräsenzen des Unternehmens, darunter die Unternehmenswebsite und öffentlich einsehbare Profile in Internet-Jobbörsen.

Nach einer Analyse der Ergebnisse werden jene genannten Werte und Einstellungen gefiltert, die bereits umgesetzt werden, sowie jene, die sich künftig realistisch umsetzen lassen. In der Folge steht die Überarbeitung aller öffentlichen Auftritte des Unternehmens an. Auch in Stellenanzeigen spielt die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle, sodass es diese ebenfalls anzupassen gilt. Mitarbeiter des HR-Teams spiegeln die Unternehmenskultur selbst im Umgang mit Bewerben wider, etwa in Vorstellungsgesprächen und während des Probearbeitens.

Regelmäßige Umfragen durchführen

Im Allgemeinen bietet es sich an, Mitarbeiter regelmäßig nach ihrer Meinung und ihrem Befinden zu befragen. Mithilfe von Umfragen lassen sich nicht nur innovative Ideen ermitteln, sondern auch Schwierigkeiten oder Hindernisse im Berufsalltag frühzeitig aufdecken und lösen. Besonders einfach lassen sich Umfragen mit intuitiv bedienbaren Tools online durchführen.

Auf das Wohlbefinden aller Mitarbeiter achten

Für viele Arbeitnehmer ist eine ausgeglichene Work-Life-Balance äußerst wichtig. Neben flexiblen Arbeitszeitmodellen lassen sich Gesundheit und Wohlbefinden aller Mitarbeiter auch mithilfe weiterer Maßnahmen steigern.

Um die psychische Gesundheit zu stärken, bieten sich unter anderem regelmäßige Teamevents und Gespräche zur Stressbewältigung an. Für die körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz sind insbesondere höhenverstellbare Schreibtische und Sportkurse in der Pause förderlich.

Sinnvolle Benefits einführen

Attraktive und sinnvolle Zusatzleistungen für Mitarbeiter sind ebenso Teil einer positiven Unternehmenskultur. In Abhängigkeit vom Unternehmen bieten sich unterschiedliche monetäre und nicht-monetäre Benefits an. Dazu zählen unter anderem betriebseigene Kinderbetreuung, die Bereitstellung von kostenfreien Lebensmitteln am Arbeitsplatz, betriebliche Altersvorsorge, Dienstlaptops und -smartphones sowie Boni und Prämien.

Formen von Unternehmenskultur

Robert Quinn und Kim Cameron unterscheiden in ihrer im Jahr 1983 erschienenen Monografie Competing Values Framework vier verschiedene Formen von Unternehmenskulturen. Diese werden im Folgenden näher vorgestellt.

„Clan“-Kultur

Unternehmen mit sogenannter „Clan-Culture“ sind durch eine angenehme familiäre Wohlfühlatmosphäre charakterisiert. Die „Clan-Culture“ zeichnet sich durch flache Hierarchien sowie durch eine hohe Eigeninitiative aller Mitarbeiter aus. Im Vordergrund stehen gegenseitige Unterstützung, Loyalität, Teamarbeit und Zusammenhalt.

Vorteile der „Clan“-Kultur bestehen in einer transparenten und offenen Kommunikation der Mitarbeiter und einem hohen Mitarbeiter- sowie Teamengagement. Oftmals ist diese Form der Unternehmenskultur mit wachsender Unternehmensgröße nicht fortführbar, sodass sie häufig in kleinen Unternehmen und Start-Ups Anwendung findet. Aufgrund wenig hierarchischer Strukturen bieten Unternehmen mit dieser Unternehmenskultur kaum Aufstiegsmöglichkeiten.

 „Adhocracy“-Kultur

Unternehmen mit „Adhocracy“-Kultur sind durch eine hohe Risikobereitschaft in der täglichen Arbeit gekennzeichnet. Im Mittelpunkt stehen Eigeninitiative und Selbstorganisation jedes einzelnen Mitarbeiters, der für die Visionen des Unternehmens einsteht.

In einer „Adhocracy“-Kultur besteht zuvorderst die Chance für den einzelnen Mitarbeiter, durch die erfolgreiche Umsetzung risikobehafteter Projekte schnell aufzusteigen. Ebenso regt die Arbeitsatmosphäre kreativen und innovativen Output an. Gleichermaßen können gewagte Projekte scheitern und der Unternehmensreputation schaden. Auch die eigentlich positive und kreative Atmosphäre kann sich gegenteilig auswirken, sodass unter hohem Druck ein interner Wettkampf um die innovativsten Ideen entsteht.

„Hierarchy“-Kultur

Diese Unternehmen zeichnen sich durch eine steile Hierarchie aus, in denen die Aufgaben- und Entscheidungsbereiche der Geschäftsführung sowie von Führungskräften und Mitarbeitern klar eingeteilt sind. Entscheidungen werden nahezu ausschließlich vom CEO getroffen, selten besteht für Mitarbeiter Gelegenheit, ihre Meinungen und Ideen wirksam einzubringen. Die „Hierarchy-Culture“ hat ein nachhaltiges Wachstum des Unternehmens zum Ziel.

Mitarbeiter in Unternehmen mit „Hierarchy“-Kultur profitieren von klar abgegrenzten Aufgaben und Tätigkeitsfeldern. Nachteilig wirkt sich häufig aus, dass Mitarbeiter Ideen und Meinungen nicht einbringen dürfen. Dies verhindert nicht nur Innovation, sondern senkt auch die Mitarbeiterbindung.

„Market“-Kultur

Unternehmen, die sich an einer Market-Culture orientieren, treffen alle Entscheidungen in Abhängigkeit vom ausgegebenen Ziel und vom wirtschaftlichen Wettbewerb. Folglich handelt es sich um eine stark leistungs- und ergebnisorientierte Unternehmenskultur mit hohen Anforderungen für den einzelnen Mitarbeiter.

Mitarbeiter von Unternehmen mit „Market“-Kultur profitieren von einem oftmals überdurchschnittlichen Verdienst sowie einer kompetitiven Atmosphäre, die jeden Angestellten zu Bestleistungen anspornt. Dies kann sich jedoch auch negativ auf die Arbeits- und Teamatmosphäre auswirken. Ebenso können der stetig hohe Druck und Stress der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter schaden.

Beispiele für positive Unternehmenskultur

Einige Unternehmen sind besonders bekannt für ihre positive Unternehmenskultur. Dazu zählen unter anderem folgende Unternehmen:

  • Im US-amerikanischen Softwareunternehmen Zoom konzentriert sich die Unternehmenskultur auf gegenseitige unternehmensinterne und -externe Unterstützung und Fürsorge. Diese offene und freundliche Unternehmenskultur brachte Zoom 2021 zum dritten Mal den ersten Platz im Rennen um die „Best Places to Work in 2021“ von Glassdoor ein.
  • Netflix zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Unternehmenskultur aus. Diese wurde im Jahr 2009 durch die Herausgabe des „Culture Deck“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Im Mittelpunkt stehen im US-amerikanischen Medienkonzern demnach Selbstorganisation, Teamarbeit und zahlreiche Freiheiten, etwa der Verzicht auf einen geregelten Dresscode und auf eine Begrenzung von Urlaubstagen.
  • Ähnlich wie Netflix sind auch bei Twitter Kreativität und Innovation wichtiger Teil der Unternehmenskultur. Im Unternehmen werden Transparenz und Offenheit gelebt. Durch diese Arbeitsatmosphäre wird jedem Mitarbeiter ermöglicht, eigene Ideen und Meinungen wirksam einzubringen und umzusetzen.

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