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So gelingt die Selbsteinschätzung im Mitarbeitergespräch

Lesezeit: 10 Minuten
Die Selbsteinschätzung im Mitarbeitergespräch bietet Angestellten die ideale Gelegenheit, ihre Arbeit sowie ihre Wünsche nach beruflichem Wachstum und Entwicklung zu äußern und zu reflektieren. Im Folgenden erfahren Sie hilfreiche Tipps, um eine gelungene Selbstbeurteilung für Ihr bevorstehendes Mitarbeitergespräch zu verfassen.


Was ist eine Selbsteinschätzung?

Bei der Selbsteinschätzung oder auch Selbstbeurteilung handelt es sich um ein schriftliches Dokument des Arbeitnehmers, mithilfe dessen er während eines Mitarbeitergesprächs darlegt, wie er seine Arbeit, Fähigkeiten, Herausforderungen und Ziele einschätzt. In der Regel erfolgt im Rahmen des Termins ein Abgleich mit einer Leistungsbeurteilung seitens des Unternehmens.

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Warum ist eine Selbsteinschätzung für Mitarbeiter und Unternehmen wichtig?

Sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte sind realistische Selbsteinschätzungen und Beurteilungen im Mitarbeitergespräch wertvoll. Folgende Vorteile ergeben sich:

Manager Mitarbeiter
Erhalten wichtiges Feedback darüber, was den Mitarbeiter motiviert und anspornt sowie welche Ambitionen er verfolgt Haben die Möglichkeit, ihre Stärken, Schwächen, Erfolge und Misserfolge selbst zu reflektieren
Verschaffen sich Einblicke in Meinungsverschiedenheit und Unstimmigkeiten im Team Können die Bereiche identifizieren, in denen sie sich beruflich und persönlich weiterentwickeln und verbessern können
Erfahren, wie sich der Mitarbeiter in Team und Unternehmen einfügt Können Konflikte oder Optimierungspotenziale innerhalb des Unternehmens in vertraulichem Rahmen ansprechen

 

Was beinhaltet eine optimale Selbsteinschätzung für Mitarbeiter?

Wie eine Selbsteinschätzung aufgebaut sein und welche Punkte sie enthalten soll, ist von der jeweiligen Branche, dem Unternehmen aber auch vom Mitarbeiter abhängig. Im Allgemeinen deckt eine ehrliche Bewertung der folgenden Aspekte die meisten Arbeitsbereiche ab:

  • Was habe ich erreicht?
  • Womit habe ich mich schwergetan?
  • Wie schätze ich meine Arbeitsmoral ein?
  • Wie gut kann ich kommunizieren?
  • Wie gut kann ich Probleme lösen?
  • Wie innovativ bin ich?
  • Wie gut bin ich im Delegieren?
  • Wie produktiv bin ich?
  • Ist mein Zeitmanagement gut?
  • Wie kann ich mich weiterentwickeln und verbessern?

Selbsteinschätzung verfassen in 6 Schritten

Damit die Erstellung der Selbsteinschätzung für das bevorstehende Mitarbeitergespräch nicht zu lang oder unübersichtlich ausfällt, empfiehlt es sich, die folgenden sechs Schritte zu befolgen:

  1. Den Umfang bestimmen: Es ist hilfreich, im Voraus zu wissen, wofür die Selbstbewertung verwendet werden soll: eine Leistungsbeurteilung, eine Gehalts-/Bonusbeurteilung oder gar eine Beförderung? Welcher Zeitraum ist dafür zu beurteilen – nur das letzte Jahr, die Zeit im Unternehmen oder die gesamte Laufbahn? Es empfiehlt sich also vor dem Schreiben der Beurteilung, in Erfahrung zu bringen, wie umfangreich diese ausfallen soll.
  2. Positive Eigenschaften auflisten: Hier ist es wichtig zu priorisieren und sich auf die relevanten Aufgabenbereiche zu beziehen (kein “Ich bin derjenige, der sich um die Pflanzen kümmert”). Zu nennen sind beispielsweise eine gewissenhafte Arbeitsmoral, gute Kommunikations- oder Problemlösungskompetenzen sowie ein hervorragender Umgang mit Kunden.
  3. Erbrachte Leistungen in den Vordergrund rücken: Es ist wichtig, stolz auf das Erreichte zu sein und die erbrachten Leistungen in der Selbsteinschätzung detailliert zu betonen. Hier ist Raum für Zahlen und Fakten (z. B. “Ich habe meine Verkaufszahlen um 20 Prozent über mein Ziel hinaus gesteigert”), aber auch, um Hintergründe und Herausforderungen zu beleuchten.
  4. Fehler und Schwächen eingestehen: Wie Albert Einstein sagte: “Ein Mensch, der nie einen Fehler gemacht hat, hat nie etwas Neues ausprobiert.” Jeder macht Fehler, und sie bieten die Gelegenheit, das eigene Handeln zu reflektieren und zu optimieren. Geschehen Fehler, ist es wichtig, sie in der Selbsteinschätzung zu thematisieren und Verantwortung zu übernehmen.
  5. Feedback für das Management: Selbstbewertungen müssen nicht einseitig sein; es kann Probleme oder Situationen innerhalb des Unternehmens geben, die einen Mitarbeiter daran hindern, seine Arbeit bestmöglich zu verrichten. Wir plädieren dafür, das Feedback an das Unternehmen in die Selbstbewertung der Mitarbeiter aufzunehmen.
  6. Ambitionen zum Ausdruck bringen: Es ist wichtig, die Selbsteinschätzung im Mitarbeitergespräch mit einer positiven, ehrgeizigen Note zu beenden. Arbeitgeber schätzen Mitarbeiter, die ihre berufliche Entwicklung ernst nehmen und sich für ihre Arbeit begeistern. An dieser Stelle ist es entscheidend, die eigenen Entwicklungswünsche vorzubringen – ganz gleich, ob es eine weitere Ausbildung, eine neue Qualifikation, eine Beförderung oder ein größeres Projekt sein soll.

8 Tipps für eine gelungene Selbsteinschätzung für das Mitarbeitergespräch

Um den oben beschriebenen 6-Punkte-Rahmen zur Erstellung einer Selbsteinschätzung für ein Mitarbeitergespräch individuell zu ergänzen, lohnt es sich, die folgenden Punkte zu beachten:

Das ganze Jahr über Notizen machen

Eine Selbstbeurteilung für ein Mitarbeitergespräch zu verfassen, kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Hier ist eine gute Vorbereitung gefragt. Es ist hilfreich, über das ganze Jahr hinweg Notizen zu erstellen, besondere Leistungen zu vermerken sowie Herausforderungen, Konflikte und Erfolge zu dokumentieren.

Stellenbeschreibung überprüfen

Die eigene Stellenbeschreibung bietet den idealen Rahmen, um die eigene Leistung zu beurteilen. An welcher Stelle wurden die Erwartungen übertroffen, welche Bereiche sind noch ausbaufähig?

STAR-Methode anwenden

Dies ist eine einfache Methode, um die Herangehensweise, den geleisteten Beitrag sowie das Ergebnis im Rahmen einer Aufgabe oder eines Projekts kurz zusammenzufassen:

  • Situation/Aufgabe: Hier ist zu beschreiben, um was für eine Aufgabe es sich handelte und welche Ziele erreicht werden sollten.
  • Aktion: Was wurde getan/organisiert/delegiert/angeordnet/überwacht, um das Ziel zu erreichen?
  • Ergebnisse: Was wurde erreicht? Wurden alle Ziele erfüllt?

Zahlen und Statistiken verwenden

Metriken und Leistungsindikatoren erweisen sich als äußerst nützlich, wenn es um die Selbstbewertung im Mitarbeitergespräch geht. Es ist ratsam, konkrete Zahlen zu nennen, um die eigenen Erfolge zu bekräftigen: Konnte die Kundenfrequenz um 30 % gesteigert werden, so ist diese Zahl auch in der Selbsteinschätzung zu nennen.

Ergebnisse wiederholen

Es ist nicht davon auszugehen, dass das Führungsteam sich an den Beitrag jedes einzelnen Mitarbeiters zu den Geschäftsergebnissen erinnert. So offensichtlich es auch erscheinen mag: Es ist wichtig, die spezifische Rolle zu hervorzuheben, die bei der Erzielung von Ergebnissen während des Jahres eingenommen wurde.

Feedback einbeziehen

Unabhängig von der Leistungsbeurteilung durch das Unternehmen ist es Arbeitnehmern auch möglich, Kollegen vor einem Mitarbeitergespräch selbstständig um konstruktives Feedback zu bitten und es in die Selbsteinschätzung einzubeziehen.

Selbsteinschätzung durch vertrauenswürdigen Kollegen überprüfen lassen

Wir sind oft zu bescheiden, wenn es darum geht, unsere erbrachten Leistungen und Erfolge hervorzuheben oder unsere Arbeit zu loben. Daher kann es hilfreich sein, einen vertrauenswürdigen Kollegen oder Freund zu bitten, die Selbsteinschätzung vor dem Mitarbeitergespräch zu lesen und einzuschätzen. Als außenstehende Person lässt sich unter Umständen besser beurteilen, ob es sich um eine faire und realistische Darstellung handelt.

Auf Tippfehler, Grammatik und Rechtschreibung prüfen

Eine Selbsteinschätzung im Mitarbeitergespräch sollte den bestmöglichen Eindruck hinterlassen. Daher ist es ratsam, sie zuvor gründlich auf etwaige Fehler zu prüfen und diese zu korrigieren.

Selbsteinschätzung schreiben: Vorlage und Beispiele

Sofia arbeitet als Leiterin eines Online-Marketing-Teams. Sie wurde gebeten, eine Selbsteinschätzung als Teil ihrer Leistungsbeurteilung zu erstellen, die zu einer Beförderung in eine höhere Position führen könnte. Sie hat sich Notizen zu all ihren Leistungen und Herausforderungen im vergangenen Jahr gemacht und fand das Verfassen der Selbsteinschätzung recht einfach. Sie ließ den Text durch eine Rechtschreibprüfung laufen und bat ihren vertrauten Freund und Kollegen Femi, ihn durchzusehen. Sofia schrieb:

Meine positiven Eigenschaften

  • Ich bin von Natur aus positiv eingestellt und versuche immer, das beste Ergebnis für mein gesamtes Team zu erzielen.
  • Ich bin eine gute Kommunikatorin und informiere jeden Tag über den Stand der einzelnen Projekte.
  • Es macht mir Spaß, Probleme zu lösen, und in diesem Jahr habe ich eine Möglichkeit gefunden, unsere Software so zu nutzen, dass wir Aufgaben 50 Prozent schneller erledigen können.

Meine Errungenschaften:

  • Ich habe in diesem Jahr das leistungsstärkste Team geleitet, wodurch die Kundenabwanderungsrate um 30 Prozent gesunken ist – ein strategisches Ziel des Unternehmens.
  • Ich habe die Social-Media-Kampagne mitgestaltet, die die Besucherzahlen auf unserer Website um 40 Prozent erhöhte. Der CMO sagte: “Herzlichen Glückwunsch an Sofias Team, das in diesem Jahr den höchsten Anstieg der Besucherzahlen auf unserer Website erzielt hat.”
  • Unser Wohltätigkeitslauf, den ich organisiert habe, brachte 1.000 Euro für unser örtliches Hospiz ein.

Meine Fehler und Herausforderungen:

  • Wir sind in den Suchergebnissen auf Platz 9 abgerutscht, weil ich unsere Analysen nicht häufig genug überprüft habe. Von nun an werde ich mir jede Woche einen Blocker setzen, um mich selbst daran zu erinnern.
  • Die Konversionsrate unserer Kunden ist niedriger als erwartet.
  • Ich habe nicht genug Zeit mit unseren Praktikanten gehabt, um ihnen alle Möglichkeiten der Software zu zeigen.

Feedback für das Management:

  • Ich glaube, dass die Prognose für die Kundenkonversionsrate für dieses Jahr zu ehrgeizig war.
  • Könnte die IT-Abteilung mehr Verantwortung für die Software-Schulung übernehmen?
  • Könnten wir in eine neue Software zur Überprüfung von SEO-Inhalten investieren?

Meine beruflichen Entwicklungsziele und Prioritäten:

  • Ausweitung unserer erfolgreichen Social-Media-Kampagne auf andere Plattformen
  • Teilnahme des gesamten Teams an einem SEO-Schreibkurs für Fortgeschrittene
  • Teilnahme an einer bevorstehenden Marketing-Konferenz und Konzentration auf die Arbeit am Markenwert

Selbsteinschätzung für Mitarbeiter erleichtern mit Qualtrics

Eine 2019 durchgeführte Studie ergab, dass 94 Prozent der Arbeitnehmer länger bleiben würden, wenn ihr Unternehmen in ihre berufliche Entwicklung und ihr Wachstum investieren würde, um sie für die Zukunft fit zu machen. Umso wichtiger ist es für Arbeitgeber, regelmäßige Mitarbeitergespräche durchzuführen und die Selbsteinschätzungen der Mitarbeiter ernst zu nehmen. Qualtrics XM unterstützt Sie dabei, die Stimmungen und Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter einzufangen und auszuwerten. So investieren Sie nicht nur in das zukünftige berufliche Wachstum und die Entwicklung Ihrer Mitarbeiter, sondern in das Unternehmen als Ganzes.

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