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Talentmanagement: Definition, Maßnahmen und Anwendung

Lesezeit: 10 Minuten
Das Talentmanagement ist ein wirksames Mittel, um die Leistung des Unternehmens durch positive Mitarbeitererfahrungen zu steigern. Hier erfahren Sie alles, was Sie über den gesamten Verlauf eines Beschäftigungsverhältnisses zum Thema Talentmanagement wissen müssen.

Was ist Talentmanagement?

Der Begriff Talentmanagement bezeichnet alle HR-Prozesse, die dazu dienen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen, einzustellen, zu entwickeln, zu motivieren und über den gesamten

Es handelt sich hierbei um einen kontinuierlichen, vielschichtigen Prozess, der alle Arten der Personalentwicklung durchdringt – von der Rekrutierung und Einstellung geeigneter Kandidaten bis hin zu Abschlussgesprächen und der Nachfolgeplanung. Daher ist es für die Personalverantwortlichen bei allen Aufgaben wichtig, die Grundsätze des Talentmanagements zu bedenken.

„Alle Unternehmen haben ein Talentmanagement System, ob sie es nun wissen oder nicht“, schreibt Edie Goldberg in Forbes. Unabhängig davon, ob das Unternehmen über ein formelles Talentmanagement System verfügt, oder über einen Talentmanagementprozess, der hauptsächlich das Ergebnis kurzfristiger Entscheidungen der letzten Jahre darstellt: Es ist sinnvoll, darüber nachzudenken, ob die Personalplanung nicht einen größeren Nutzen erbringen könnte.

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Warum ist Talentmanagement so wichtig?

Das Talentmanagement hilft dabei sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter ihr volles Potenzial ausschöpfen. Über ein Talentmanagement System lässt sich herausfinden, was die Mitarbeiter bei der Arbeit glücklich macht und was sie motiviert bzw. ihr Engagement erhöht. Diese positiven Faktoren lassen sich dann maximieren, um einen hervorragenden Arbeitsplatz zu schaffen und zugleich das Beste aus den Personalinvestitionen herauszuholen.

Das Talentmanagement sorgt dafür, dass weiterhin vielversprechende Mitarbeiter ins Unternehmen kommen und sich während ihrer dortigen Beschäftigung entfalten, ihre Fähigkeiten und Interessen entwickeln und auf unterschiedliche Weise einen Beitrag leisten. Es hilft dabei zu verstehen, was einige Mitarbeiter dazu bewegt, sich langfristig an das Unternehmen zu binden, während andere abwandern. Dadurch lässt sich eine unerwünschte Mitarbeiterfluktuation so weit wie möglich reduzieren.

Das Talentmanagement ist auch hilfreich, wenn es darum geht, das unternehmensweite Portfolio an Fähigkeiten und Stärken auszubalancieren und bei einem Wachstum des Unternehmens vorauszuplanen, wie verschiedene Mitarbeiter in Zukunft in unterschiedliche Rollen passen werden.

Funktioniert Talentmanagement wirklich? Auf jeden Fall. Eine Studie von McKinsey hat gezeigt, dass Unternehmen, deren Mitarbeiter das Talentmanagement System als sehr effektiv bezeichnen, am besten in der Lage sind, die für die Umsetzung der Strategien erforderlichen Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Außerdem gelang es diesen Unternehmen am besten, ihre Gesamtleistung mithilfe von Talentmanagement zu verbessern.

Ausrichtung des Talentmanagements an den Unternehmenszielen

Unternehmen wollen hoch qualifizierte Fachkräfte anwerben und langfristig an sich binden. Aber was macht diese Spitzentalente aus? Ein Teil davon ist die Eignung einer Person für das Unternehmen und dessen individuelle Ziele und Herausforderungen. Die richtigen Fähigkeiten und Erfahrungen für das Unternehmen hängen nicht nur davon ab, welche Mitarbeiter derzeit in diesem beschäftigt sind. Es ist auch abhängig davon, wo das Unternehmen zukünftig stehen möchte und welche Prioritäten es für sein Wachstum setzt.

Auch Soft Skills wie Zuhören, Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind von unterschiedlichem Wert, je nachdem, welche Art von Arbeitsplatzkultur im Unternehmen herrscht oder zukünftig herrschen soll.

Aus all diesen Gründen ist es essenziell, dass die Talentmanagementstrategie eines Unternehmens eng mit seinen Zielen verknüpft ist und in Absprache mit Führungskräften aus dem gesamten Unternehmen entwickelt wird. So lässt sich sicherstellen, dass die Strategie mit den Plänen und Erwartungen übereinstimmt.

Talentmanagement am Anfang der Karriere

Es ist allgemein bekannt, dass die Akquise von Talenten eine wichtige Fähigkeit für jedes erfolgreiche Unternehmen ist. Aber fähige Fachkräfte kommen nicht einfach von der Stange. Es gibt auch Talente, die sich im Laufe der Zeit entwickeln. Das berufliche Potenzial in Bewerbern aller Art erkennt ein erfahrener Personaler bereits in den ersten Phasen des Bewerbungsprozesses.

Die ersten Erfahrungen, die ein Bewerber mit dem Unternehmen macht, prägen seine gesamte Laufbahn und bieten eine wertvolle Gelegenheit zu erfahren, welchen ersten Eindruck das Unternehmen hinterlässt und wie es um das Employer Branding bestellt ist. Gerade in dieser Phase zahlt sich das Talentmanagement aus.

Candidate Experience

Die Candidate Experience umfasst die ersten Phasen der Employee Journey. Das Kennenlernen des Unternehmens, die Bewerbung auf eine Stelle, das Screening, das Vorstellungsgespräch und die Verhandlung über ein Stellenangebot sind Teil des Talentmanagementprozesses.

Der Aufbau einer starken Employer Brand ist eine der wichtigsten Komponenten des Talentmanagements in dieser Phase. Das Unternehmen kann so den Ruf erlangen, dass es seine Mitarbeiter gut behandelt und eine positive Unternehmenskultur bietet.

Je besser die Employer Brand und die Candidate Experience sind, desto einfacher wird es sein, eine qualitativ hochwertige Pipeline an neuen Talenten aufzubauen. Die Entwicklung eines standardisierten Prozesses für die Talentakquise hilft dabei, sicherzustellen, dass der gesamte Prozess für jeden Bewerber gleichbleibend gut ist. Und er kann dazu beitragen, dass Komponenten wie das Feedback nach dem Vorstellungsgespräch oder nach der Bewerbung nicht durch die Maschen fallen. Und auf diese Details kommt es an – Bewerber, die rechtzeitig ein Feedback erhalten, sind zu 52 Prozent eher dazu bereit, sich erneut bei einem Arbeitgeber zu bewerben, so ein Bericht des Harvard Business Review.

Onboarding

Die ersten Tage und Wochen in einem neuen Job sind eine intensive Lernphase, in der die Mitarbeiter neue Arbeitsbeziehungen knüpfen und sich mit den Arbeitsabläufen vertraut machen. Ein Talentmanagement System, das das Onboarding vom neuen Mitarbeiter zum voll einsatzfähigen Teammitglied erleichtert, ist ein wertvoller Schritt: Dadurch erhöht sich nicht nur die Produktivität und der Wert des neuen Mitarbeiters, sondern es schafft auch eine positivere Erfahrung für die Mitarbeiter.

Talentmanagement in der Mitte der Karriere

Mitarbeiter, die schon längere Zeit im Unternehmen tätig sind, stehen in der Regel im Mittelpunkt von Talentanalyse- und beruflichen Entwicklungsprogrammen. Unternehmen sind bestrebt, ihre Entwicklung aufrechtzuerhalten und ihre Arbeit so zufriedenstellend und lohnend wie möglich zu gestalten. In der Post-Job-for-Life-Ära ist die Mitarbeiterbindung während des gesamten Employee Lifecycle gleichbleibend wichtig. Ein strategisches Talentmanagement, das sich auf die Ermittlung von Entwicklungsmöglichkeiten konzentriert, kann wichtig sein, um die Employee Experience mit Sinn und Wert zu füllen.

Unternehmen, die durch entwicklungsorientierte Talentmanagement-Strategien während des gesamten Employee Lifecycle Wert und Bedeutung bieten, sind in der Lage, ihre Mitarbeiter im Schnitt rund 5,4 Jahre zu halten. Das ist fast doppelt so lange wie bei Unternehmen mit geringeren Talentmanagement-Fähigkeiten, so LinkedIn. Dieselbe Studie ergab, dass Mitarbeiter, die das Gefühl haben, ihre Fähigkeiten würden nicht richtig genutzt, mit zehnfach höherer Wahrscheinlichkeit einen neuen Arbeitsplatz suchen als diejenigen, die ihre Fähigkeiten als sinnvoll eingesetzt empfinden.

Mitarbeiterbefragungen

Pulse Checks, auch Pulsumfragen genannt, sind eine Möglichkeit, mehr über die verschiedenen Aspekte der Mitarbeitererfahrung zu erfahren. Werden talentierte Mitarbeiter regelmäßig befragt statt in nur einer isolierten jährlichen Umfrage, erhält das Unternehmen einen aktuellen Überblick über die Erfahrungen der Mitarbeiter. Sollte es dabei feststellen, dass Probleme entstehen, gibt es mehr Möglichkeiten zur Kurskorrektur durch das Talentmanagement.

Pulsumfragen bieten nicht nur aktuelle Einblicke und die Möglichkeit, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, sondern sorgen auch dafür, dass sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und gehört fühlen. Wenn sie zu ihren Erfahrungen befragt werden und die Möglichkeit haben, sich zu Dingen zu äußern, die ihnen wichtig sind, kann dies ihr Engagement und ihr Zugehörigkeitsgefühl am Arbeitsplatz steigern.

Personalentwicklung

Das Herzstück einer jeden Strategie für das Talentmanagement sind Programme für die Personalentwicklung, da sie darauf abzielen, das Beste aus den Führungskräften herauszuholen und sicherzustellen, dass jeder im Unternehmen sein volles Potenzial ausschöpft.

Ein Talentmanagementsystem, das digitale Technologie und Automatisierung nutzt, kann die Personalabteilung und die Mitarbeiter dabei unterstützen, personalisierte Pläne und Ziele zu entwickeln. Diese Digitalisierung des Talentmanagements trägt dazu bei, dass die Mitarbeiter ihre Entwicklung selbst in die Hand nehmen können, da sie über ihre Entwicklung ein 360°-Feedback einholen und auf sie zugeschnittene Berichte erhalten können.

Talentmanagement: Ausstieg und Nachfolge

Die Mitarbeiterfluktuation ist unvermeidlich, und in vielerlei Hinsicht kann sie positive Effekte mit sich bringen, da sie sowohl dem Team als auch dem ausscheidenden Mitarbeiter einen Neuanfang ermöglicht. Wenn die Zeit für einen Wechsel gekommen ist, ist es ratsam, die Gelegenheit für ein Abschlussgespräch zu nutzen. Der Mitarbeiter ist in der Lage, einen ganzheitlichen Überblick über seine Rolle und seine Erfahrungen mit der Arbeitsplatzkultur des Unternehmens zu geben.

Nachfolgeplanung

Die Nachfolgeplanung geht Hand in Hand mit dem Lern- und Entwicklungsaspekt des Talentmanagements. Wenn das Unternehmen gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Ziele und künftige Karrierewege festlegt, kann es ermitteln, wer über die richtigen Fähigkeiten und persönlichen Qualitäten verfügt, um in Zukunft höhere Verantwortungsebenen zu übernehmen. Außerdem lässt sich so sicherstellen, dass auf den höchsten Management- und Führungsebenen keine Lücke entsteht, wenn die derzeitigen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

Abschlussgespräche und Umfragen

Die Entwicklung eines Protokolls für Abschlussgespräche mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen, ist ein wertvoller Bestandteil der Talentmanagementstrategie. Es kann dabei helfen, die Ursachen für die Mitarbeiterfluktuation zu ermitteln und Maßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass die besten Talente das Unternehmen in Zukunft verlassen. Ein Abschlussgespräch mit engagierten Mitarbeitern kann auch nützliches Feedback über eine „abgeschlossene“ positive Mitarbeitererfahrung geben. Hier bietet sich ihnen die Möglichkeit, über ihre Zeit im Unternehmen und die Momente nachzudenken, die sie am stärksten beeinflusst haben. Diese positiven Erfahrungen können im Anschluss in das Talentmanagement System einfließen.

Leitfaden: Mitarbeiter erfolgreich einbinden und motivieren